An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine handerlesene Auswahl unseres Repertoires vorstellen.
Vielleicht bin ich doch nur in meinen Träumen ein Mensch. Ich habe doch nichts weiter als meine Träume. Lass uns hierbleiben.
Torsten Malter, Walpurgisnacht
|
Das Theater am Ring spielt HAMLET von William Shakespeare.
Auf der leeren Bühne zaubern Gaukler wie aus dem Nichts ein Theaterstück, einen Thriller, eine Liebesgeschichte, eine Komödie gar und eine Tragödie. Ein Maskenspiel. Jede Figur trägt eine Maske, hinter der sie sich versteckt. Vor allem aber der Held der Geschichte. Hamlet spielt mit Masken, für ihn ist alles Spiel, ein Spiel um die Macht und auch ein Spiel um sein Leben. Er ist Spieler und Publikum zugleich. Er täuscht die anderen, vor allem aber sich selbst.
Hat jemand gezählt, wie viele Interpretationen es zu Shakespeares Tragödie gibt? "Hamlet und kein Ende" schrieb schon ein großer Philosoph des letzten Jahrhunderts. Es wäre anmaßend, sich mit den Großen der Zunft und deren Lesarten zu vergleichen. Aber doch muss es gestattet sein, sich mit dem schweren und vieldeutigen Stoff auseinander zu setzen. Was interessiert heute junge Leute an der Leidensgeschichte dieses dänischen Prinzen? Oder handelt es sich doch nur um einen trockenen Schulstoff, der vieler Orts im Unterricht gar nicht mehr stattfindet. So wie auch Goethes FAUST allmählich aus dem Deutschunterricht verdrängt wird und nur noch bruchstückhaft, wenn überhaupt behandelt wird. Schon einmal versuchte sich das Theater am Ring an einer Deutung. Das ist 10 Jahre her und war eine moderne Geschichte mit einer modernen Sprache, erzählt nach Motiven des Shakespeare-Stoffes. Drei Spielzeiten konnte das HAMLETSYNDROM gezeigt werden und war damit eine der erfolgreichsten Inszenierungen dieses Ensembles. Eine Besucherin fragte damals: "Warum machen Sie nicht mal den richtigen HAMLET?" Es dauerte ein paar Jahre, aber nun ist der Zeitpunkt gekommen. Das Theater am Ring versucht sich an einer Neuinterpretation des alten Stoffes. Ich hoffe, wir können Sie zum Nachdenken anregen oder einfach nur dazu, sich mal wieder mit dem Text in eine Ecke zu setzen und leise die berühmten Zitate vor sich hin zu flüstern. In diesem Sinne Torsten Malter Fotos zu Hamlet ansehen |
|
|
Und aus Deutschland soll eine Republik werden...
Franz beneidet seinen älteren Bruder Karl um die größere Zuneigung des Vaters und ersinnt einen Komplott. Er beschwört damit eine Familientragödie herauf und richtet seinen Vater zugrunde. Karl wird Anführer einer Räuberbande, die stehlend und mordend durch Deutschland zieht. Schillers Stück löste mit seinen Freiheitsgedanken bei seiner Uraufführung Begeisterungsstürme aus. Heute, zum 250. Geburtstag des großen Schriftstellers, wirkt der leidenschaftliche Text eigenartig pathetisch, Schillers Ideale scheinen so realitätsfremd und sind doch so nah. Ganz in der Tradition ihrer erfolgreichen Klassikeradaptionen nahm sich jetzt das Theater am Ring des Schillertextes an und erarbeitete eine neue Inszenierung, die besonders für ein jugendliches Publikum gedacht ist. Junge Leute spielen für junge Leute. Die Inszenierung liegt in den Händen von Torsten Malter, der sich besonders durch die erfolgreichen Shakespeare-Adaptionen für diese Theatergruppe in den letzten Jahren einen Namen machen konnte. Fotos zu den Räubern ansehen |
|
Play Shakespeare heißt die neue Komödie des Theaters am Ring und führt die Tradition der erfolgreichen Klassikeradaptionen der letzten Spielzeiten fort.
Zwei Schauspieler beschließen, Shakespeares Sturm zu spielen. Obwohl sie sich noch einen Dritten ins Bott holen, stoßen die Darsteller schnell an ihre Grenzen: das Stück hat zu viele Rollen, der dritte Schauspieler spricht nicht und an eine große Dekoration ist nicht zu denken. Die Komödie spielt mit Shakespeares Figuren und Motiven, fragt aber auch nach dem heutigen Sinn des Theaters. Braucht es wirklich noch klassische Stücke? Wer sieht sich so etwas überhaupt noch an? Kabarettistische Seitenhiebe wechseln hier mit Originalpassagen aus dem Sturm und ermöglichen so eine ganz andere Interpretation. Fotos zu Play Shakespeare ansehen |
|
In der herrlichen altmodischen Welt des Landadels von Windermere, die es selbst in good old England so nie gegeben haben dürfte, bricht das Chaos aus: Ein alter Lord, der gemeinsam mit seinem Butler Leichen im Winterasternbeet vergräbt, eine heiratsfähige Erbin und mehrere willige Verehrer, diverse Einbrecher und jede Menge Verwirrungen und Verwicklungen sorgen in dieser Komödie für reichlich Spielfreude auf der Bühne und für Lachsalven im Publikum. Wer die Bücher von P.G. Wodehouse liebt, wird es mögen. Fotos zu Windermere ansehen |
|
Kennen Sie Faust? Vergessen Sie ihn. Denn jetzt gibt es Wagner, Lanius Wagner. Ein Stubengelehrter, eine Papier verschlingende Maus. Ein Bücherwurm. Er leidet, ähnlich wie sein Namensvetter aus dem klassischen Goethe-Stück, unter der Eitelkeit jenes Wissens, das ihm nicht den Zugang zum tätigen Leben eröffnet. Er will wissen, "was die Welt im Inneren zusammen hält" und sucht nach einer Liebe, welche die Grenzen des Sinnlichen überschreitet. Was er dann erlebt, ist ein Höllentrip, aber so ganz anders als bei Goethe. Oder eben doch nicht?! Fotos zu den Würmern ansehen |